Rohstoffkrise


Warum ist ein FKM Preisanstieg unausweichlich?

 

Seit Anfang 2021 erlebt der Markt für Elastomere eine dramatische Entwicklung, die sich in jüngster Zeit sowohl bei Verfügbarkeiten als auch Preisen immer weiter zuspitzt. Verantwortlich für diese internationale Rohstoffkrise ist ein komplexes Geflecht aus unterschiedlichsten Gründen, die wir für unsere Kunden hier detaillierter erläutern.

Zunächst ist es wichtig, zu wissen, dass der Grundstoff für FKM in vielen anderen Bereichen Anwendung findet, was den weltweiten Bedarf weiter steigen lässt. Aus Fluorit – d.h. Calciumfluorid, dem Salz der Flusssäure – wird erst der erforderliche Fluorwasserstoff (HF) gewonnen, der nicht nur wichtiger Ausgangsstoff für zahlreiche Kühlmittel ist, sondern auch für die Herstellung von Fluormonomeren. Diese bilden als Co- und Terpolymere die Basis von FKM, sind aber in Form von Polyvinylidenfluorid (PVDF) auch ein wesentlicher Bestandteil von Lithium-Batterien. Hinzu kommen weitere Faktoren, die in der Summe die Rohstoffknappheit verstärken. Fast das gesamte globale Vorkommen des HF-basierten R142 als Ausgangsstoff für Fluormonomere befindet sich in China, das die Produktion aus Umweltgründen beschränkt und zusätzlich den Export aufgrund von Handelsstreitigkeiten stark reglementiert.

Gleichzeitig lassen sich mit dem ebenfalls aus Fluormonomeren hergestellten PVDF im boomenden Marktsegment der Batterien wesentlich höhere Margen erzielen. Aus dieser Rohstoffverknappung bei einer stark wachsenden Nachfrage ergibt sich in der Folge eine enorme Preissteigerung.

Mit den wiederkehrenden Lockdown-Phasen in Shanghai und Umgebung, höheren Energiekosten infolge des Ukrainekrieges und den längeren Transportwegen durch Wegfall der Schienenverbindung durch Russland kommen weitere erschwerenden Faktoren hinzu, deren Konsequenzen aktuell noch nicht absehbar sind.

Sämtliche FKM-Hersteller haben die Preise daher in Wellen mehrfach massiv erhöht, auch die Lieferanten aus China und Indien. Diese Preissteigerungen der Rohstoffe oder Vorprodukte schlagen sich unausweichlich direkt in unseren Werkstoffkosten nieder und zwingen uns ebenfalls zu zeitnahen Preisanpassungen. Um die Produktion sicherzustellen, müssen wir die erforderlichen Rohstoffe zu den gegebenen Konditionen einkaufen, denn die große Nachfrage verbaut jeglichen Verhandlungsspielraum: Nur wer den Preis akzeptiert, erhält die Ware. Hierauf haben wir leider keinen Einfluss!

Selbstverständlich hoffen auch wir auf eine baldige Beruhigung der Lage und ein Ende der Preisspirale. Bis dahin werden wir Sie weiter aktiv informieren und stehen Ihnen für Fragen gerne zur Verfügung.