Wie werden O-Ringe im Kompressionsverfahren hergestellt?
Das Kompressionsverfahren (Compression Molding) ist ein bewährtes Verfahren zur Herstellung elastomerer Dichtungselemente, insbesondere von O-Ringen mit großen Abmessungen oder bei kleinen bis mittleren Stückzahlen. Es punktet durch geringe Werkzeugkosten, gute Materialausnutzung und hohe Flexibilität in der Bauteilgeometrie.
Prozessablauf und Vulkanisation:
Beim Kompressionsverfahren wird ein vordosierter Rohling aus unvernetztem Kautschuk manuell in die geöffnete Form eingelegt. Diese besteht aus einer Ober- und Unterhälfte, die unter Temperatur (ca. 150–180 °C) und Druck zusammengepresst werden. Während der Vulkanisation vernetzt der Werkstoff chemisch, nimmt die Kavitätsform an und härtet aus. Anschließend werden die O-Ringe entnommen und entgratet – je nach Bedarf manuell oder maschinell.
Vorteile und Anwendungsbereiche:
Das Verfahren eignet sich ideal für O-Ringe mit großem Querschnitt, Sondergrößen oder hochviskose Werkstoffe, die sich für Spritzguss weniger eignen. Besonders wirtschaftlich ist es bei Prototypen oder Kleinserien aufgrund einfacher Werkzeuge und kurzer Umrüstzeiten. Für große Serien ist es jedoch weniger effizient wegen längerer Zykluszeiten.
Unsere Fertigungsexperten beraten Sie gerne bei der Wahl des passenden Herstellverfahrens – abgestimmt auf Ihre Anforderungen in Geometrie, Werkstoff und Stückzahl.


