Wie wird die Härte von O-Ringen ermittelt?
Bestimmung der O-Ring-Härte
Die Härte eines O-Rings ist ein entscheidender Werkstoffkennwert und beeinflusst maßgeblich die Dichtwirkung, das Verformungsverhalten und die Extrusionsbeständigkeit unter Druck- und Temperatureinfluss. Zur Messung werden zwei genormte Verfahren eingesetzt: die Shore-A-Härteprüfung (DIN ISO 7619) und die IRHD-Messung (ISO 48). Bei der Shore-Prüfung wird ein Prüfkörper unter Federkraft in das Elastomer gedrückt, die Eindringtiefe ergibt einen Härtewert zwischen 0 (weich) und 100 (hart). Typische O-Ringe liegen zwischen 60 und 90 Shore A. Die IRHD-Methode nutzt eine Kugel und erlaubt präzisere Messungen bei kleinen Schnurdurchmessern.
Die Wahl des Härtegrades hat direkten Einfluss auf das Dichtverhalten: Weiche Werkstoffe (z. B. 60–70 Shore A) passen sich unebenen Flächen gut an und benötigen geringere Anpresskräfte, sind jedoch anfälliger für Spaltextrusion bei hohem Druck. Härtere Typen (85–90 Shore A) sind widerstandsfähiger, erfordern aber exaktere Oberflächen und höhere Einbaukräfte. Die Härtewahl richtet sich daher stets nach Anwendungsparametern wie Druck, Temperatur, Medium, Belastungsart und Montagebedingungen. Unsere Labore führen sowohl Shore- als auch IRHD-Messungen durch und unterstützen Sie bei der Auswahl des optimalen Werkstoffs für Ihre Dichtungsanwendung.


